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Anwendungswissen rund ums Thema Messtechnik

Dichtheitsprüfung von Abgasanlagen

Heizungsanlagen in Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik erzeugen immer weniger Abgasverluste. An die Reduzierung der Abgasverluste ist die Herabsetzung der Abgastemperatur gekoppelt. Niedrige Abgastemperaturen können jedoch dazu führen, dass die Abgase nicht mehr über genügend Energie verfügen, um durch den Schornstein oder die Abgasleitung ins Freie zu entweichen. Um dennoch eine einwandfreie Funktion der Heizungsanlage zu gewährleisten, müssen die Abgase mit Hilfe von Gebläsen oder Ventilatoren ins Freie transportiert werden. Hierbei entsteht ein Überdruck innerhalb der Abgasanlage. Eventuelle Undichtheiten in den Abgasleitungen würden also zum Austritt giftiger Abgase in die Raumluft führen. Daher empfiehlt es sich eine Dichtheitsprüfung der Abgasanlage durchzuführen.

Durchführung der Dichtheitsprüfung von Abgasanlagen

Wöhler DP 600 Dichtheitspüfgerät zur Dichtheitsprüfung von Abgasanlagen

In der DIN EN 1443 „Abgasanlagen – Allgemeine Anforderungen“ sind Grenzwerte für die Dichtheit verschiedener Abgasanlagentypen festgelegt worden. In der folgenden Tabelle sind einige Abgasanlagentypen mit ihren zulässigen Leckvolumenströmen aufgelistet.

Tabelle der Abgasanlagentypen nach DIN EN 1443
Anlagenbeschreibung TypPrüfdruckZulässige Leckrate pro m2Wöhler Messgerät

Schornstein im Unterdruckbetrieb


N140 Pa7,20 m3/hDP 23 / 600
N220 Pa10,80 m3/hDP 23 / 600
Abgasanlagen im Überdruckbetrieb

P1200 Pa0,36 l/minDP 23 / 94 / 200 / 600
P2200 Pa7,20 l/minDP 23 / 94 / 200 / 600
Abgasanlagen im Hochdruckbetrieb

H15000 Pa0,36 l/minDP 23 / 600
H25000 Pa7,20 l/minDP 23 / 600

Bei Dichtheitsprüfung von Abgasanlage wird zunächst der in der o.g. Tabelle  für jeden Anlagentyp spezifische Prüfdruck automatisch aufgebaut. Der zur Aufrechterhaltung dieses Prüfdrucks notwendige Luftvolumenstrom wird gemessen. Durch Mittelwertbildung des Luftvolumenstroms über den Messzeitraum von ca. einer Minute wird dann der Leckvolumenstrom ermittelt.

Nach Eingabe der Anlagengeometrie (Länge, Breite, Durchmesser oder Umfang) wird der gemessene Leckvolumenstrom Vgem mit dem aus der Leckrate nach der o.g. Tabelle errechneten zulässigen Leckvolumenstrom Vzul verglichen. Der zulässige Leckvolumenstrom wird nach folgender Gleichung berechnet:

Vzul= Aix L

(Vzul: zulässige Leckrate der Anlage, Ai: innere Oberfläche in m2, L: zulässige Leckrate pro m2)

Weiterhin kann das Wöhler DP 600 auch zum ausführlichen Verfahren zur Sicherstellung der Verbrennungsluftversorgung an atmosphärischen Gasfeuerstätten nach DVGW Arbeitsblatt G 625 verwendet werden. Die Feinstdruckmessung ist ebenfalls im Gerät integriert.

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