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Anwendungswissen rund ums Thema Messtechnik

Innenabdichtung von Gasleitungen

Die Gebrauchsfähigkeitsprüfung bzw. Leckmengenmessung dient der sicheren und einfachen Überprüfung der bestehenden Gasleitungen mit Betriebsdrücken bis 100 mbar. Gemäß DVGW-TRGI 2008 Arbeitsblatt G 600 müssen alle Gasleitungen im Bestand wiederkehrend alle 12 Jahre auf ihre Gebrauchsfähigkeit untersucht werden.

Wenn bei der Gebrauchsfähigkeitsprüfung an Gasleitungen eine Leckmenge zwischen 1 und weniger als 5 Litern pro Stunde festgestellt wird, so sind die Gasleitungen per Definition „vermindert gebrauchsfähig“. Grund dafür sind meistens die gehanften Gewindeverbindungen, die über die Jahre ausgetrocknet sind. Die Gasleitungen müssen dann gemäß der TRGI innerhalb von vier Wochen wieder instand gesetzt werden. Als Alternative zur aufwändigen und teuren Neuinstallation der gesamten Anlage bietet sich die Innenabdichtung von Gasleitungen mit der Rohrfüllmethode gemäß DVGW Arbeitsblatt G 624 an.

Durchführung der Innenabdichtung von Gasleitungen

Durchführung der Innenabdichtung von Gasleitungen

Bevor die Gasleitung abgedichtet wird, sind ein paar Vorarbeiten zu erledigen:

  • Zunächst werden die Verbindungen zu den Gasverbrauchern getrennt und an allen Leitungsenden wird ein Wartungshahn angebracht.
  • Anschließend erfolgt die Belastungsprobe. Dabei wird die Gasleitung für 3-5 Minuten unter 3 bar Druck gesetzt. Wenn die Leitung zu stark korrodiert ist, würde sie diesem Druck nicht standhalten und müsste komplett erneuert werden.
  • Nach der Belastungsprobe muss dann eine erneute Gebrauchsfähigkeitsprüfung der Gasleitung durchgeführt werden, um sicherzugehen, dass sich die Gebrauchsfähigkeit der Gasleitung nicht geändert hat.
  • Die Gasleitung wird mit Druckluft gereinigt. Dazu wird am tiefsten Punkt der Anlage der Ausblasschlauch nach draußen geführt und die Leitung von jedem Leitungsende von oben beginnend ausgeblasen. Danach wird an jedem Wartungshahn der Entlüftungsschlauch mit dem Entlüftungseimer angebracht.

Zum Abdichten der Gasleitung wird das Dichtmittel aus dem Füllbehälter entnommen. Die Menge richtet sich nach dem Leitungsvolumen zuzüglich zwei Kanister, denn auch alle Schläuche und die Pumpe müssen mit Dichtmittel versorgt werden. Der Vorteil bei diesem Dichtmittel ist, dass nur so davon verbraucht wird, wie zur Abdichtung erforderlich ist. Die Restmengen sind wiederverwendbar.

Über die Schlauchverbindung wird das Rohrdichtmittel mit Hilfe der druckluftbetriebenen Doppelmembranpumpe vom tiefsten Punkt aus in die Gasleitung gedrückt. Die Wartungshähne werden von unten beginnend nacheinander geöffnet, bis das Dichtmittel aus dem Entlüftungsschlauch in den Entlüftungseimer eintritt. Danach werden die Wartungshähne wieder geschlossen. Anschließend wird der Druck auf 4 bar erhöht (zuzüglich 1 bar je 10 m Höhe) und für 30 Minuten gehalten. An den undichten Stellen tritt das Kunststoff-Lösemittel-Gemisch aus und reagiert mit dem Luftsauerstoff. Hier erfolgt die eigentliche Innenabdichtung der Gasleitung. Das Rohrleitungsnetz wird mit Unterstützung der Membranpumpe entleert. Dazu werden die Wartungshähne beginnend von oben nacheinander geöffnet.

Die schließlich noch in der Leitung verbliebenen Dichtmittelreste werden mit Schaumstoffmolchen entfernt. Beginnend vom obersten Punkt der Gasleitung wird jeder Leitungsabschnitt zwei Mal gemolcht, wobei die Molche mit Druckluft durch die Leitung gepresst werden. Nachdem die Leitung getrocknet ist (z.B. mit einem Schnelltrocknungsgebläse) und die Wartungshähne demontiert wurden, kann die Gasanlage unter Beachtung der DVGW TRGI (Belastungsprüfung der Gasleitung, Dichtheitsprüfung der Gasleitung sowie Montage des Gaszählers und der Armaturen) wieder in Betrieb genommen werden.

Schulungsangebot

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