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Anwendungswissen rund ums Thema Messtechnik

Vereinfachtes Verfahren 4 Pa Test

Es muss zu jeder Zeit sichergestellt sein, dass der Feuerstätte genügend Verbrennungsluft zugeführt wird. Wird z.B. gleichzeitig eine Dunstabzugsanlage betrieben, kann ein zu großer Unterdruck im Raum entstehen und somit einen Abgasrückstau verursachen. Dieser messtechnische Nachweis kann durch den 4 Pa-Test erfolgen.

Für den sicheren Betrieb von Feuerstätten darf der maximale Unterdruck 4 Pa betragen (bei raumluftunabhängigen Feuerstätten 8 Pa). Ob genügend Verbrennungsluft vorhanden ist, lässt sich messtechnisch durch den 4 Pa-Test nachweisen. Der 4 Pa-Test kann sowohl durch das vereinfachte Verfahren als auch durch das ausführlichen Verfahren erfolgen. Der messtechnische Nachweis ausreichender Verbrennungsluftversorgung wird durchgeführt bei:

  • Nichteinhaltung der Verbrennungsluftversorgung bei raumluftabhängigen Feuerstätten
  • Störungssuche (z.B. Abgasrückstau)
  • Gleichzeitiger Betrieb von Feuerstätten und Dunstabzugsanlagen
Durchführung des vereinfachten 4 Pa-Tests mit dem Wöhler A 550 Abgasmessgerät

Durchführung des vereinfachten 4 Pa-Tests

Für die Durchführung des vereinfachten Verfahrens zum 4 Pa-Test wird ein Abgasmessgerät oder ein Druckmessgerät mit hochauflösenden Feinstdrucksensoren benötigt. Mit zwei gleich langen, flexiblen Kapillarschläuchen wird der Differenzdruck zwischen Aufstellraum und Außenluft oder Treppenhaus bei gleichzeitigem Betrieb von Feuerstätte und Luftabsaugender Anlage erfasst.

Zunächst müssen alle Fenster und Außentüren geschlossen werden. Anschließend werden die Feuerstätte und die luftabsaugende Anlage (z.B. Dunstabzugsanlage) in Betrieb genommen und auf Vollast gebracht. Wenn in diesem Betriebszustand keine Abgase austreten, kann der 4 Pa-Test durchgeführt werden. Dafür wird ein Kapillarschlauch nach außen durch die Türfalz bzw. Fensterdichtung verlegt, der zweite Schlauch verbleibt im Aufstellraum.

Nach dem Start des 4 Pa-Tests erscheint der Druckverlauf im Display des Messgerätes als Diagramm. Zunächst werden das Fenster/die Tür für 30 Sekunden geöffnet, um die Nulllinie zu registrieren. Danach werden das Fenster/die Tür für 30 Sekunden geschlossen, wobei sich ein Unterdruck einstellt. Dieses Procedere wird mindestens drei Minuten lang abwechselnd durchgeführt.

Wenn der Druckabfall durch das Öffnen und Schließen des Fensters nicht mehr als 4 Pa beträgt, wird der Feuerstätte unter den ungünstigsten Bedingungen genügend Verbrennungsluft zugeführt und die Betriebssicherheit der Feuerstätte gilt als gewährleistet.

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